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Rentenversicherung ist nicht gleich Rentenversicherung

Übersicht Kapitalbildende Lebensversicherungen und Rentenversicherungen

 

Die kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen sind noch immer die am häufigsten genutzten Produkte zur Altersvorsorge. Die meisten Bundesbürger haben einen oder mehrerer Verträge aus diesem Bereich. Die kapitalbildende Lebensversicherung ist nur noch als bestehender Vertrag von Bedeutung. Bis zum 31.12.2004 war eine Bedingung für die Steuerfreiheit von Erträgen ein Mindesttodesfallschutz (daher Lebensversicherung). Mit Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes hat diese Produktart für die Altersvorsorge keinen wirklichen Nutzen mehr und man nutzt sinnvollerweise  nur noch reine Rentenversicherungen und sichert den ggf. notwendigen Todesfallschutz über eine Risikolebensversicherung gesondert ab.

Seit einigen Jahren gerät diese Produktform aus unterschiedlichen Gründen zunehmend in die Diskussion. Dabei werden jedoch  immer wieder Sachverhalte vermischt, die verschiedene Varianten der Produktgattung Rentenversicherung oder/und kapitalbildende Lebensversicherung betreffen, denn es gibt einige Grundformen, die man unterscheiden können sollte.

Klassische Lebens- und Rentenversicherungen

Diese Variante ist die am weitesten verbreitete und ist meist gemeint, wenn von der Lebensversicherung oder Rentenversicherung gesprochen wird.
Das wesentliche Produktmerkmal ist hier eine vom Versicherer garantierte Ablaufleistung. Hinzu kommen nicht garantierte Überschussanteile. Die Geldanlage in diesen klassischen Verträgen wird weitestgehend über festverzinsliche Anlagen getätigt.
Die garantierte Ablaufleistung kommt im Wesentlichen aus der sog. garantierten Mindestverzinsung (Höchstrechnungszins), mit der das Deckungskapital verzinst wird. Das Deckungskapital ist der Teil Ihrer monatlichen Sparrate, der nach Abzug aller Kosten tatsächlich in Ihren Vertrag einfließt. Die Mindestverzinsung ist in den letzten beiden Jahrzehnten immer wieder gesenkt worden und beträgt aktuell 1,75% (2013). Dadurch sind die vom Versicherer garantierten Leistungen in diesem Zeitraum immer niedriger geworden. Zwischenzeitlich bewegen sich damit die garantierten Leistungen aus neueren Verträgen unterhalb der Inflationsrate.
Die nicht garantierten Überschussanteile sind eben nicht garantiert. Diese Anteile sind jedoch das, was eine kapitalbildende Lebensversicherung oder Rentenversicherung erst attraktiv macht. Unter anderem aufgrund der seit langem andauernden Niedrigzinsphase müssen nun auch Kunden von teilweise seit langem bestehende Rentenversicherungsverträge damit leben, dass die versprochenen Überschussanteile immer weiter fallen. Die ursprünglich mal versprochenen Ablaufleistungen sind häufig Utopie.

Fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen (Fondspolicen)

Diese Form wird häufig mit der oberen Produktart in einem Atemzug genannt, ist aber vom Grundgedanken völlig anders aufgebaut und zu bewerten.
Im Gegensatz zu den klassischen Lebensversicherungen und Rentenversicherungen wird die Geldanlage bei den fondsgebundenen Versicherungen über Investmentfonds gestaltet. Vom Grundsatz handelt es sich um einen Investmentsparplan innerhalb eines Versicherungsmantels. Der Versicherungsmantel bietet auch heute noch einige Vorteile (bei richtigem Einsatz) in steuerlicher Hinsicht und einiger anderer Rahmenbedingungen.
In reinrassigen Fondspolicen gibt es keine Garantieleistung des Versicherers und somit auch keine garantierte Verzinsung. Eine Garantie ließe sich nur über die Gestaltung des Investmentfondsportfolios darstellen.
In dieser Variante ist aufgrund der höheren Aktienquote und des ggf. weitgehenden Verzichts auf Garantieleistungen, die Renditeerwartung wesentlich größer.
Häufig ist die zusätzliche Kostenbelastung auf Investmentfondsebene für diese Produktvariante problematisch. Diese wird regelmäßig nicht ausreichend ausgewiesen und beachtet.

Hybrid-Produkte

Die dritte Hauptvariante stellt eine Kombination der beiden ersten Varianten dar. Es gibt eine durch den Versicherer garantierte Komponente und einen Investmentfondsanteil. Die Garantieleistung kann in unterschiedlicher Höhe je nach Versicherer oder Tarif gestaltet sein. So liegen Sicherheit und Renditeerwartung zwischen den anderen beiden Produktgattungen.

Problemfelder bei kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen

Diese Produktart kann durchaus einige Vorteile bieten. Leider werden diese häufig durch diverse Nachteile zu Nichte gemacht.

Ein wesentlicher Nachteil ist die in vielen Fällen deutlich zu hohe Kostenbelastung durch Provisionen, Verwaltungskosten und Kapitalanlagekosten. Dies führt immer wieder dazu, dass sich bei genauerer Betrachtung viele Produkte erst lohnen, wenn staatliche Förderungen genutzt werden. Aus meiner Sicht kann es jedoch nicht im Sinne des Kunden sein, wenn sich Produkte zur Altersvorsorge nur durch Fördermaßnahmen rechnen, wenn überhaupt. Ein Altersvorsorgeprodukt darf seinen „Gewinn“ nicht zum größten Teil aus den Subventionen erzielen. Es muss sich auch ohne diese sinnvoll darstellen und erst zusätzliche Attraktivität über die Subvention erhalten!

Abhilfe können hier m. E. nach nur Produkte schaffen, die kostengünstig sind und ohne Provisionszahlungen auskommen.


 

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