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Förderrente (Es darf geriestert werden!) Riesterförderung, lohnt sich das?

Riesterrente – Förderrente

 

Im Jahr 2002 wurde die Förderrente durch den damaligen Arbeitsminister Walter Riester eingeführt und ist daher auch unter dem Namen „Riester Rente“ bekannt. Die Riester Rente wurde als private Ersatzversorgung eingeführt, um die damalige Absenkung des Niveaus der gesetzlichen Rente von 70% auf 67% des sog. Eckrentners aufzufangen. In dem man die Beiträge zur Riester Rente staatlich fördert, sollte ein Anreiz geschaffen werden, diese private Zusatzversorgung zu nutzen.
Wer kann die Riesterförderung in Anspruch nehmen?

Unmittelbar förderberechtigt sind folgende Personen:
•    Arbeitnehmer und Auszubildende, die Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen
•    Behinderte Beschäftigte anerkannter Werkstätten
•    Beamte, Richter, Soldaten, Landwirte
•    Amtsträger (z.B. Notare oder Minister)
•    Bezieher von Arbeitslosen-, Kranken-, Verletzten- oder Übergangsgeld
•    Bezieher einer Erwerbsminderungsrente oder einer Beamtenversorgung wegen Dienstunfähigkeit
•    Bezieher von Vorruhestandsgeld
•    Kindererziehende (für die Dauer der Kindererziehungszeit)
•    geringfügig Beschäftigte, die auf ihre Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung verzichten
•    Wehr- und Zivildienstleistende, bzw.  Personen im Bundesfreiwilligendienst
•    rentenpflichtversicherte Selbstständige
•    Personen, die einen Pflegebedürftigen (nicht erwerbsmäßig) mindestens 14 Stunden pro Woche zu Hause pflegen

 

Mittelbar förderberechtigt sind folgende Personen:
Alle, deren Ehepartner förderberechtigt ist und selbst eine Riestervertrag hat. Jedoch ist die Förderung auf die Grundzulage (€ 154,–) beschränkt. Auch dazu muss der Sockeleigenbeitrag (€ 60,–) geleistet werden.

 

Es gibt verschiedene Riesterformen. Allen gemeinsam sind folgende Eckpunkte:

 

Höchstbetrag:                         € 2.100,– p. a.

Zulagenförderung:

Grundzulage:                          €     154,– p. a.

Riestereinsteiger unter 25 Jahren erhalten zusätzlich einen Bonus von einmalig € 200,–

Kinderzulage pro Kind wird solange gezahlt, solange Kindergeldanspruch besteht

geb. bis 31.12.2007:               €     185,– p. a.

geb. ab 01.01.2008:               €     300,– p. a.

Mindestens € 60,– p. a. (Sockelbetrag) müssen selbst erbracht werden. Um die Zulagen in voller Höhe zu erhalten, muss der Gesamtbeitrag (also inkl. der Zulagen) mindestens 4% des Bruttoeinkommens aus dem Vorjahr in den Riestervertrag betragen (bis zum o. g. Höchstbetrag). Bei niedrigeren Gesamtbeiträgen werden die Zulagen anteilig gekürzt.

Rechenbeispiele:
Vorjahreseinkommen € 20.000,–. Es müssen also mindestens € 800,– (4% des VJ-Einkommens) in den Riestervertrag fließen.
• Für den Riestersparer ohne Kinder demnach € 646,– Eigenbeitrag und € 154,– Zulage. Förderquote nur durch Zulagen: 19,25%
• Bei zwei Kindern (geb. bis 31.12.2007) wären es € 276,– Eigenbeitrag und € 524,– an Zulagen. Förderquote nur durch Zulagen: 65,50%
• Zwei Kinder (geb. ab 01.01.2008) heißt € 60,– Mindesteigenbeitrag und € 754,– an Zulagen. Förderquote nur durch Zulagen: 94,25 %

Steuerliche Förderung (Sonderausgabenabzug):

Neben der Zulagenförderung, die einkommensunabhängig gewährt wird, gibt es ggf. eine steuerliche Förderung nach §10a EStG. Übersteigt der Steuerabzug die Zulagenhöhe, so bekommt der Riestersparer den Differenzbetrag im Rahmen der Steuerklärung erstattet.

 

Riester-Fondsparplan:

Ansparphase: Die Beiträge werden in ein Investmentfondsportfolio gezahlt. Dieses muss so gestaltet sein, dass zum geplanten Beginn der Auszahlphase (frühestens ab Alter 62) zumindest das eingezahlte Kapital (Beitragsgarantie) zur Verfügung steht.

Rentenphase: Zu Beginn der Auszahlphase findet ein Kassensturz statt. Aus 80% des Kapitals wird ein Auszahlplan bis Alter 85 berechnet. Gleichzeitig werden die übrigen 20% in eine Leibrente mit Beginn Alter 85 umgewandelt.
Bis zu 30% als Kapitalauszahlung förderunschädlich möglich.

Besteuerung: Die Zahlungen aus dem Auszahlplan und die Renten werden in voller Höhe den sonstigen steuerpflichtigen Einkünften hinzu gerechnet und mit dem individuellen Steuersatz versteuert.

Todesfallregelung: Im Todesfall kann i. d. R. das Vertragsguthaben auf die Erben auf einen eigenen Riestervertrag übertragen werden. Hier sind ggf. besondere vertragliche Regelungen zu beachten. Der Kreis der Erben ist auf den Ehegatten und noch kindergeldberechtigte Kinder beschränkt.

Riester Rente klassisch:

Ansparphase: Die Beiträge werden von Beginn an in eine Rentenversicherung gezahlt. Aus dem angesparten Kapital, der garantierten Verzinsung und den nicht garantierten Anteilen wird ab Rentenbeginn (frühestens ab Alter 62) eine lebenslange Rente gezahlt.

Rentenphase: Lebenslange Rentenzahlung. Bis zu 30% als Kapitalauszahlung förderunschädlich möglich.

Besteuerung: Die Rente wird in voller Höhe den sonstigen steuerpflichtigen Einkünften hinzu gerechnet und mit dem individuellen Steuersatz versteuert.

Todesfallregelung: Im Todesfall kann i. d. R. das Vertragsguthaben auf die Erben auf einen eigenen Riestervertrag übertragen werden. Hier sind ggf. besondere vertragliche Regelungen zu beachten. Der Kreis der Erben ist auf den Ehegatten und noch kindergeldberechtigte Kinder beschränkt.

Riester Rente fondsgebunden:

Ansparphase: Die Beiträge werden von Beginn an in eine Rentenversicherung gezahlt. Die Anlage erfolgt in teilweise in Investmentfonds. Der nicht in Investmentfonds fließende Anteil sorgt für Kapitalerhalt. Es steht dadurch bei planmäßigem Rentenbeginn, mindestens das eingezahlte Kapital zur Rentenbildung zur Verfügung. Zzgl. der erwirtschafteten Rendite aus den Investmentfonds, wird daraus (frühestens ab Alter 62) eine lebenslange Rente gezahlt.

Rentenphase: Lebenslange Rentenzahlung. Bis zu 30% als Kapitalauszahlung förderunschädlich möglich.

Besteuerung: Die Rente wird in voller Höhe den sonstigen steuerpflichtigen Einkünften hinzu gerechnet und mit dem individuellen Steuersatz versteuert.

Todesfallregelung: Im Todesfall kann i. d. R. das Vertragsguthaben auf die Erben auf einen eigenen Riestervertrag übertragen werden. Hier sind ggf. besondere vertragliche Regelungen zu beachten. Der Kreis der Erben ist auf den Ehegatten und noch kindergeldberechtigte Kinder beschränkt.

Riester Banksparplan:

Ansparphase: Die Beiträge werden auf einen Banksparplan eingezahlt, der mit einem festen Zinssatz verzinst wird.

Rentenphase: Zu Beginn der Auszahlphase findet ein Kassensturz statt. Aus 80% des Kapitals wird ein Auszahlplan bis Alter 85 berechnet. Gleichzeitig werden die übrigen 20% in eine Leibrente mit Beginn Alter 85 umgewandelt.
Bis zu 30% als Kapitalauszahlung förderunschädlich möglich.

Besteuerung: Die Zahlungen aus dem Auszahlplan und die Renten werden in voller Höhe den sonstigen steuerpflichtigen Einkünften hinzu gerechnet und mit dem individuellen Steuersatz versteuert.

Todesfallregelung: Im Todesfall kann i. d. R. das Vertragsguthaben auf die Erben auf einen eigenen Riestervertrag übertragen werden. Hier sind ggf. besondere vertragliche Regelungen zu beachten. Der Kreis der Erben ist auf den Ehegatten und noch kindergeldberechtigte Kinder beschränkt.

 

Wohnriester:

Ansparphase:

Sofortiger Immobilienerwerb oder bereits vorhandene Immobilie:
Die Wohnriesterbeiträge (Eigenbeiträge, Zulagen und Steuererstattungen aus Riester) können zur direkten Tilgung eines Annuitätendarlehens verwendet werden oder in einen Bauspar-Kombikredit fließen.

Späterer Immobilienerwerb:
Einzahlung der Riesterbeiträge in einen Riester-Bausparvertrag.

Parallel wird ein „fiktives“ Wohnförderkonto angelegt. Hier werden alle geförderten Tilgungsleistungen inkl. der Zulagen verbucht und mit 2% Sollzins p. a. belegt.

Rentenphase: Beim Wohnriester gibt es keine Rentenphase. Das Wohnriesterdarlehen ist vollständig zu tilgen (spätestens mit Alter 68)  und das „fiktive“ Wohnförderkonto aufgelöst.

Besteuerung: Die auf dem Wohnförderkonton verbuchte Summe kann bis zum Alter 85 verteilt werden und wird in voller Höhe den sonstigen steuerpflichtigen Einkünften hinzu gerechnet und mit dem individuellen Steuersatz versteuert.
Bei sofortiger vollständiger Zahlung der Steuern, wird ein Nachlass von 30% gewährt.

Todesfallregelungen:

Tod vor dem Erwerb einer Immobilie mit Wohnriester: Es gelten die Regelungen, wie für alle anderen Riester-Arten.
Tod vor Rentenbeginn: Gilt als Aufgabe der Selbstnutzung mit der Folge, dass das Wohnförderkonto sofort besteuert wird. Der zu versteuernde Betrag wird der letzten Einkommenssteuererklärung des Verstorbenen hinzugerechnet. Er erhöht das Erbe im Hinblick auf die Erbschaftssteuer. Eine Rückforderung der Zulagen / Förderung erfolgt nicht.
Ausnahme bei Tod eines Ehepartners vor Rentenbeginn: Das Wohnförderkonto kann auf den Riester-Vertrag des Ehepartners übertragen werden. Eine Besteuerung erfolgt nicht sofort, sondern zu den üblichen Bedingungen ab Rentenbeginn. Bedingung: Ehepartner muss innerhalb eines Jahres wirtschaftlicher Eigentümer der Wohnung werden und diese auch bewohnen.
Tod nach Rentenbeginn: Es sind die noch nicht versteuerten Anteile zu begleichen.

Hier noch ein kurzes Video. Bitte mit etwas Vorsicht genießen, da durchaus vertriebsorientiert gestaltet. Die Aussagen sind vom Grundsatz her jedoch durchaus richtig.

Missverständnisse zur Riesterrente


 

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